Heraus zum 1. Mai 2026: Gemeinsam mächtig sein...

von FAU Schweiz

Gemeinsam mächtig sein, tritt in die Gewerkschaft ein!

Auch dieses Jahr wird die FAU und ihre Jugendorganisation FAJ am 1. Mai in verschiedenen Strassen präsent sein. Hier findest du die Treffpunkte wie auch den Mobilisierungstext 2026

FAU-Treffpunkte

Basel (FAJ)

Demonstration
Wann? 10 Uhr
Wo? Messeplatz

Stand auf dem 1. Mai Fest am 25. April
Wann? ab 13 Uhr
Wo? Kasernenareal

Biel

Demonstration
Wann? 12 Uhr
Wo? Bahnhofplatz

Festival am 1. & 2. Mai
Workshops, Podien und Konzerte
Mehr Infos unter: → biel-bienne.faunion.ch

Solothurn

Demonstration
Wann? 14.30 Uhr
Wo? 1. Mai-Platz
(ehem. Kreuzackerplatz)

FAU Winterthur

Demonstration
Wann? 10.30 Uhr
Wo? Steinberggasse

Bern

Demonstration der Gewerkschaften
Wann? 16 Uhr
Wo? Zytglogge

Revolutionäre 1. Mai Demonstration
Wann? 18 Uhr
Wo? Rosengarten

Pubquiz & Stammtisch
Wann? ab 18 Uhr
Wo? Café Kairo

St. Gallen

tbd

Mobilisierungstext 2026: Wo stehen wir?

Teil 1: Lebens- und Gesundheitskosten

Lebenskosten

Das Leben in der Schweiz wird immer teurer und dies trotz der momentan tiefsten Inflationsrate seit fünf Jahren! Doch die Inflationsrate ist ein Wert, der von der Schweizerischen Nationalbank erstellt wird und gewisse Produkte in der Berechnung ausschliesst, die stark schwanken, wie frische, saisonale Lebensmittel oder Energie und Treibstoffe. Ein anderes Instrument, das herangezogen werden kann, um die Preisentwicklung zu messen, ist der Konsumentenpreisindex. Laut diesem sehen wir in den letzten fünf Jahren einen aussergewöhnlichen Anstieg des Preisniveaus.

Wir zahlen nicht nur 4,1 Prozent mehr für Lebensmittel und 8,8 Prozent mehr für den Verkehr, auch das Wohnen wurde um satte 14,6 Prozent teurer. Die Gesundheitspflege sei um 1,9 Prozent gesunken. Bei der Errechnung dieses Werts wurden jedoch die Krankenkassenprämien ausgeklammert, was den Wert stark verzerrt. Denn seit 2023 stiegen die Prämien jedes Jahr um mindestens 6 Prozent, 2024 sogar um satte 8,7 Prozent. Für 2026 wird ein Anstieg von 4,4 Prozent erwartet. Aber dazu später mehr.

Die Löhne haben mit der Teuerung nicht im gleichen Mass mitgehalten, das heisst, die Löhne sind gesunken, obwohl bei manchen der Lohn erhöht wurde. Wenn wir die Inflation und die beschriebene Teuerung einbeziehen, ist ein (Median-)Lohn heute 5,28 Prozent weniger wert als 2020. Das heisst: Wenn du 2020 5000.– pro Monat verdient hast und immer einen Teuerungsausgleich erhalten hast (also jetzt 5300.–), hast du heute 280.– im Monat weniger zur Verfügung als 2020. Wir werden im zweiten Teil dieser Postserie noch genauer auf die Löhne zu sprechen kommen.

Krankenkassen

Die Krankenkassenprämien stellen für viele Haushalte in der Schweiz eine grosse Belastung dar. Die mittlere Krankenkassenprämie wird im Jahr 2026 393.30 Franken betragen. Schon heute gibt es Leute, die zwar krankenversichert sind, aber kaum Ärzt*innen aufsuchen, da sie die Kosten trotz Krankenversicherung kaum begleichen können, weil sie bis zur Höhe der Franchise die Kosten auch noch selbst übernehmen müssen. Auch soll die Mindestfranchise von 300 auf 400 Franken weiter erhöht werden. So sind zwar alle krankenversichert, aber trotzdem haben nicht alle Zugang zur Gesundheitsversorgung. Die privaten Krankenkassen in der Schweiz freut es!

In der Schweiz ist eine Krankenversicherung obligatorisch, sie kann aber nur bei einer privaten Versicherung abgeschlossen werden. Diese dürfen laut Gesetz mit der Grundversicherung keine Gewinne erzielen, jedoch dürfen sie «Reserven» aufbauen. Diese stiegen gesamthaft von 2024 bis 2025 von 7,3 auf 7,8 Milliarden Franken. Auf der anderen Seite ist es erlaubt, mit Zusatzversicherungen Gewinne zu erzielen und dies machen die Krankenversicherer auch fleissig: Die CSS strich 2023 37 Prozent mehr Prämien für Zusatzversicherungen ein, als sie für Leistungen ausgab.

Das Geschäft mit unserer Gesundheit ist also äusserst lukrativ. Deswegen können sich die Bosse der Krankenversicherer auch fürstliche Löhne auszahlen. 2023 erhielt Sanitas-Chef Schönenberger 956'486 Franken, 783'348 Franken gönnte sich Boyer von der Groupe Mutuel und Helsana-CEO Sonderegger kam auch nicht zu knapp mit 750'880 Franken weg. An dieser Stelle geben wir Mauro Poggia, dem ehemaligen Gesundheitsminister der Genfer Regierung, recht, als er sagte: «Leider werden diese Konzerne heute von Söldner-Managern geleitet, deren einziges Ziel es ist, die Gewinne und damit die Dividenden zu erhöhen.»

Teil 2: Löhne und Arbeitsbelastung

Löhne

In den letzten fünf Jahren war die Lohnentwicklung durchzogen. 2020 konnte ein Reallohnzuwachs von +1,5 Prozent verzeichnet werden, wobei von 2021 bis 2023 die Reallohnentwicklung negativ war. Diese bewegte sich zwischen einem Minus von 0,8 Prozent und 1,9 Prozent. 2024 stiegen die Reallöhne im Schnitt erneut um 0,7 Prozent. In gewissen Branchen verzeichneten die Reallöhne 2024 einen Zuwachs von 3,8 Prozent, wobei die Löhne in anderen Branchen auch um 1,5 Prozent sanken.

Der Reallohn stellt den Lohn minus die Teuerung (Inflation) dar. Steigen also die Preise mehr als der Lohn, sinkt der Reallohn. Hier ist aber zu beachten, dass die Krankenkassenprämien in der Inflationsrate nicht berücksichtigt wurden, was bedeutet, dass die Reallohnentwicklung der letzten fünf Jahre noch tiefer wäre. Des Weiteren stellt der Reallohn nur einen über alle Löhne gemittelten Wert dar; je nach Branche stiegen oder sanken die Löhne stärker.

Arbeitsdichte/Burnout

Wir haben gesehen, dass vieles teurer wird und gleichzeitig die Löhne dem oft nicht standhalten können. Dabei fällt aber auf, dass wir Arbeiter*innen viel produktiver sind. In Zahlen heisst dies, dass die Schweiz zwischen 2002 und 2021 einen Zuwachs des Bruttoinlandprodukts pro Kopf von ganzen 19,2 Prozent verzeichnete. Durchschnittlich wächst die Arbeitsproduktivität in der Schweiz pro Jahr um ca. 0,7 bis 1 Prozent.

Doch was bedeutet das? Neben dem technologischen Fortschritt und Produktinnovationen ist ein Treiber einer Produktivitätssteigerung auch, dass die Arbeiter*innen mehr Arbeit in immer kürzerer Zeit verrichten müssen und deswegen produktiver sind. Das heisst, die Arbeitsbelastung in der Schweiz steigt von Jahr zu Jahr, während die Löhne kaum steigen. Eine hohe Arbeitsbelastung hat aber auch ihren Preis. Wir Arbeiter*innen zahlen dafür mit unserer Gesundheit und erwirtschaften grössere Gewinne für die Firmen.

Der Anteil an Personen, die sich in der Schweiz bei der Arbeit gestresst fühlen, stieg von 2012 bis 2022 von 18 auf 23 Prozent. Von allen Arbeitsbelastungen, die physische oder psychosoziale Risiken für die Gesundheit darstellen, hat Stress am stärksten zugenommen. Der Anteil der Frauen, die sich bei der Arbeit emotional erschöpft fühlen und somit einem höheren Burnout-Risiko ausgesetzt sind, hat sich von 20 Prozent im Jahr 2012 auf 25 Prozent im Jahr 2022 erhöht.

Diese kontinuierliche Zunahme der Arbeitsbelastung hat zu einem signifikanten Anstieg der krankheitsbedingten Absenzen geführt, wobei psychische Belastungen und Burnout die Haupttreiber dieser Entwicklung sind. Im vorletzten Jahr blieben Arbeiter*innen im Schnitt an 8,6 Tagen krank oder nach einem Unfall daheim. Zahlen von zwei grossen Krankentaggeldversicherern zeigen, dass Fälle mit psychischen Krankheiten innert zehn Jahren um rund 60 Prozent zugenommen haben. Besonders gefährdet sind Arbeiter*innen im Gast- und Baugewerbe sowie im Sozial- und Gesundheitswesen.

Teil 3: Profite und Vermögen

Profite der Bosse

In den letzten Teilen dieser Postreihe zeigten wir auf, dass vieles teurer wurde, während Löhne stagnierten und wir immer höherer Arbeitsbelastung ausgesetzt sind. Die Arbeit, die uns nicht ausbezahlt wird, löst sich nicht in Luft auf: Wir erarbeiten die Gewinne für die Firmen und dadurch die Profite für die Reichen. Auch wenn der Schweizer Topverdiener und Holcim-Chef unverschämte 45 Millionen Franken erhielt (und damit pro Tag 17,5-mal den Medianmonatslohn der Schweiz respektive 1,46-mal den Medianjahreslohn erhielt), meinen wir damit nicht unbedingt die Löhne solcher CEOs, sondern dass Firmen und damit natürlich ihre Inhaber*innen sich durch unsere Arbeit bereichern.

Denn die Schweiz liegt bei der Einkommensverteilung im internationalen Mittelfeld. Die Vermögensverteilung ist jedoch sehr ungleich: Das reichste Prozent der Schweizer Bevölkerung besitzt 45 Prozent des Vermögens in der Schweiz, die reichsten 20 Prozent je nach Erhebung bis zu 88 Prozent. In den letzten 15 Jahren wurden die Reichen noch reicher. Das reichste Prozent in der Schweiz vergrösserte ihr Vermögen in diesem Zeitraum um etwa 12 Prozent. Reichtum bildet sich aber nicht von selbst, dies ist der Profit, der durch die Arbeiter*innen erschaffen wurde. Unsere Arbeit ist somit die Quelle der Profite.

Profite Vermieter*innen

Im ersten Teil dieser Postreihe sprachen wir bereits von den Krankenkassenkosten und den gestiegenen Preisen im Allgemeinen. Bis jetzt haben wir aber noch nicht über einen weiteren sehr grossen Ausgabenposten gesprochen: das Wohnen. Über 60 Prozent der Bevölkerung in der Schweiz lebt in Mietwohnungen und nur knapp 40 Prozent leben im Eigenheim, wobei dies eine der höchsten Mietquoten weltweit darstellt. Die Mieten sind in der Schweiz in den letzten 20 Jahren um 32 Prozent gestiegen – ein ausserordentlich gutes Geschäft für Immobilienfirmen!

In der Bundesverfassung ist festgehalten, dass Wohnungssuchende für sich und ihre Familie eine angemessene Wohnung zu tragbaren Bedingungen finden können sollen. Um dies zu gewährleisten, bestimmt das Mietrecht, dass Vermieter*innen grundsätzlich nur eine bescheidene Rendite erzielen dürfen. Das Bundesgericht hat zudem in einem Leiturteil aus dem Jahr 2020 festgehalten, dass die Rendite höchstens zwei Prozentpunkte über dem Referenzzinssatz liegen darf. Doch was bedeutet dies nun für uns?

Auf das ganze Jahr hochgerechnet bezahlen Mieter*innen im Durchschnitt rund 4'440 Franken zu viel. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie aus dem Jahr 2022 des Büros für arbeits- und sozialpolitische Studien (BASS), die im Auftrag des Mieterinnen- und Mieterverbands durchgeführt wurde. Insgesamt fliessen jährlich rund 10 Milliarden Franken zu viel in die Taschen der Vermieter*innen. Zwischen 2006 und 2022 haben sich die Miethaie so insgesamt um rund 78 Milliarden Franken widerrechtlich bereichert.

Doch auch wenn dieser «Überprofit» verhindert würde, wären die Wohnkosten für viele immer noch ein Problem. Die Mieten stiegen seit 2020 ebenfalls stärker als die Löhne (+9,9 Prozent), und die Auswirkungen werden weniger stark abgefedert: Sozialer Wohnungsbau hat kaum Priorität und in Städten gibt es wenige freie Wohnungen. Gleichzeitig hat die Vermieter*innen-Lobby in den vergangenen Jahren eine Barrage von Gerichtsurteilen lanciert, die alle das Ziel haben, den Mieter*innenschutz zu schwächen. Zum Beispiel dürfen seit 2024 Mieten nach Renovationen stärker erhöht werden, und 2020 wurden die Renditebeschränkungen gelockert.

Teil 4: Armut und Sozialleistungen

Armut in der Schweiz?

In der Schweiz sind über 700'000 Menschen von Armut betroffen, und mehr als jede sechste Person ist armutsgefährdet. Besonders häufig trifft Armut Kinder, Alleinerziehende und Menschen über 65 Jahre. Sie haben ein besonders hohes Risiko, in Armut zu geraten oder von ihr betroffen zu sein. Für viele bedeutet das, dass sie sich grundlegende Dinge wie Lebensmittel nicht ausreichend leisten können oder in Gefahr sind, ihre Wohnung zu verlieren.

Sozialversicherungen/Existenzsicherung

Die finanzielle Absicherung ist in der Schweiz zweigeteilt: Einerseits gibt es die Sozialversicherungen wie AHV, IV und Arbeitslosenversicherung, andererseits die Existenzsicherung durch Sozialhilfe und Ergänzungsleistungen. Bei den Sozialversicherungen steht häufig die Frage im Zentrum, wer aus welchem Grund Anspruch auf welche Leistung hat. In der Existenzsicherung sollte hingegen nicht die Schuldfrage entscheidend sein, sondern die Bedarfsfrage. Massgebend müsste also sein, ob jemand genügend Mittel hat, um die eigene Existenz zu sichern.

Wer nicht genug Geld zum Leben hat, kann Sozialhilfe oder Ergänzungsleistungen beantragen. Der Zugang zu diesen Leistungen ist jedoch oft hochschwellig und mit einer einkalkulierten Scham verbunden. Das Schweizer Sozialsystem ist nicht in erster Linie darauf ausgerichtet, Menschen finanziell abzusichern. Vielmehr steht im Vordergrund, dass Betroffene möglichst rasch wieder in den Arbeitsmarkt eingegliedert werden. Finanzielle Leistungen hängen deshalb häufig davon ab, wie stark sich jemand darum bemüht, einer Erwerbsarbeit nachzugehen.

Im März 2026 wurde im Kanton Aargau eine Vorlage mit dem Titel «Arbeit muss sich lohnen» abgelehnt. Rechte Parteien wollten damit erreichen, dass Sozialhilfebezüger*innen nach zwei Jahren der Grundbedarf um 5 Prozent gekürzt wird. Gleichzeitig äusserte Roland Müller, der Präsident des Arbeitgeberverbands, kürzlich die Haltung, dass Löhne nicht zwingend zum Leben reichen müssten. Diese Kombination zeigt deutlich, unter welchem politischen Druck armutsbetroffene Menschen heute stehen. Statt Absicherung zu stärken, werden Kürzungen und Zwang zur Arbeit weiter vorangetrieben.

Von Welfare zu Workfare

Unter solchen Bedingungen werden Menschen sanktioniert, wenn sie behördliche Weisungen nicht befolgen. Das kann bedeuten, dass etwa eine alleinerziehende Mutter eine Stelle annehmen muss, obwohl absehbar ist, dass der Lohn tief und die Arbeitsbedingungen schlecht sind. Sie wird dadurch zwar von der Sozialhilfe abgelöst, muss sich danach aber für einen minimalen Lohn abrackern und hat kaum noch Zeit für ihre Kinder. Hier geht es nicht um die Bekämpfung der Armut, sondern unter anderem darum, dass Menschen möglichst alle Arbeitsbedingungen akzeptieren und noch den prekärsten Job annehmen.

Die Sozialhilfe ist kantonal organisiert und hängt deshalb stark von politischen Mehrheiten in den einzelnen Kantonen ab. Die SKOS gibt zwar laufend Empfehlungen heraus, doch die Kantone können sich daran sehr unterschiedlich orientieren. Entsprechend gross sind die Unterschiede beim Grundbedarf in der ganzen Schweiz. Im Kanton Bern beträgt dieser für einen Einpersonenhaushalt 1'006 Franken pro Monat, wobei davon alles ausser Miete, Krankenkasse und Gesundheitskosten bezahlt werden muss. Bei einem Vierpersonenhaushalt liegt der Grundbedarf im Kanton Bern noch bei 538 Franken pro Person.

Sozialversicherungen und Existenzsicherung sind immer wieder Gegenstand hitziger politischer Debatten, die besonders von rechten Parteien angeheizt werden. Armutsbetroffene, Arbeitslose, behinderte Menschen und Senior*innen werden dabei oft verdächtigt, den Sozialstaat auszunutzen, faul zu sein oder der Allgemeinheit zur Last zu fallen. Wer auf staatliche Unterstützung angewiesen ist, bezieht diese Leistungen jedoch nicht aus Bequemlichkeit, sondern um überleben zu können. Gleichzeitig werden Betroffene unter Generalverdacht gestellt, streng kontrolliert und müssen oft lange auf Entscheide warten. Gemeinsam ist all diesen Menschen, dass sie ständig um ihre finanzielle Absicherung kämpfen und immer wieder beweisen müssen, dass sie arm oder krank genug sind.

Teil 5: Sparkurs, Militär und die Gewerkschaft

Entlastungspaket 27

Trotz Wirtschaftswachstum, üppigen Renditen für die Reichsten und bestehender Armut soll in der Schweiz tüchtig gespart werden – kaum überraschend auf dem Buckel derer, die ohnehin schon wenig haben. Der neuste Wurf des Bundesrats heisst Entlastungspaket 27 und soll unter anderem beim Klimaschutz, bei der Bahn, bei der sozialen Wohlfahrt, bei der Kultur sowie bei Bildung und Forschung Einsparungen bringen. Die Auswirkungen werden vielfältig sein, so unter anderem eine Verdopplung der Studiengebühren, was Menschen mit tiefen Einkommen und aus einkommensschwachen Familien ein Studium fast verunmöglicht.

Sparen vs. Militärausgaben

Es soll überall gespart werden, weil das Geld fehle: Student*innen sollen sich verschulden, der Klimaschutz wird vernachlässigt und die soziale Sicherheit geschwächt. Gleichzeitig werden aber Milliarden für das Militär ausgegeben – und diese Ausgaben sollen noch weiter erhöht werden. Seit 2021 stiegen die Militärausgaben jedes Jahr; 2024 wurden 5,92 Milliarden Franken ausgegeben. Das Budget für die Armee soll nun noch einmal massiv erhöht werden: Jährlich sollen rund 2,7 Milliarden Franken zusätzlich investiert werden. Um dies zu finanzieren, soll die Mehrwertsteuer erhöht werden, was wiederum normale Arbeiter*innen und vor allem prekär lebende Menschen am härtesten trifft.


Fazit

Wir stehen in der Schweiz und international vor grossen Herausforderungen. Die Lage für uns normale Leute, für Arbeiter*innen, wird prekärer, während überall auf der Welt neue Kriege losgetreten werden und Arbeiter*innen aus allen Weltregionen losgeschickt werden, um sich gegenseitig abzuschlachten. Gleichzeitig gewinnt der Autoritarismus vielerorts an Einfluss und das Rüstungswettrennen ist in vollem Gange. Für viele scheint es, als wären wir diesen Entwicklungen hilflos ausgeliefert. Doch auch Arbeiter*innen können mächtig sein und für ihre Interessen kämpfen.

In der Gesellschaft selbst – in der Masse der normalen Leute – steckt eine enorme Kraft. Wenn wir uns zusammentun, unsere Kräfte bündeln, uns organisieren und wehren, können auch wir mächtig sein und dieser gesellschaftlichen Kraft eine Richtung geben. Gemeinsam können wir für höhere Löhne, bezahlbaren Wohnraum, bessere Gesundheitsversorgung oder Kinderbetreuung kämpfen – und auch siegen, wenn wir vereint sind. Unabhängig davon, woher wir kommen, welches Geschlecht wir haben oder wie wir lieben: Wenn wir uns zusammenschliessen, ermächtigen wir uns gegenseitig.

Die Organisation, die uns ermöglicht, gemeinsam mächtig zu sein, unsere Kraft zu bündeln und uns beibringt, wie wir miteinander Entscheidungen treffen und danach handeln, ist die Basisgewerkschaft. Mit jedem Kampf, den wir gemeinsam führen, rücken wir näher zusammen und lernen, miteinander umzugehen, denn wir Arbeiter*innen sind unterschiedlich. Wir sprechen viele Sprachen, leben in verschiedenen kulturellen Zusammenhängen und sind von unterschiedlichsten Ungerechtigkeiten betroffen. Doch was uns wirklich zusammenschweissen kann, ist der Kampf für unsere gemeinsamen Interessen.

Zusammen können wir mächtig sein - tritt in die Gewerkschaft ein!

Es lebe der 1. Mai!

Quellen

Quellen Teil 1:
    
https://www.srf.ch/news/wirtschaft/preise-in-der-schweiz-das-leben-ist-teurer-geworden-trotz-tiefer-inflation
https://www.bag.admin.ch/de/newnsb/d2okh_kUK_OFhmMDfpyiy
https://www.srf.ch/news/wirtschaft/steigende-praemien-hohe-loehne-fuer-krankenkassen-chefs-auf-dem-pruefstand
https://www.srf.ch/news/dialog/krankenkassen-im-vergleich-undurchsichtige-geldfluesse-bei-den-zusatzversicherungen
Bundesrat will Mindestfranchise auf 400 Franken erhöhen – Gewerkschaft übt scharfe Kritik https://www.watson.ch/!327478253

Quellen Teil 2:
https://www.bfs.admin.ch/bfs/de/home/statistiken/arbeit-erwerb/loehne-erwerbseinkommen-arbeitskosten/lohnindex.html
https://www.srf.ch/news/wirtschaft/steigende-loehne-2025-gibt-es-fuer-viele-mehr-lohn
https://www.watson.ch/schweiz/geld/654400560-schweizer-loehne-im-jahr-2024-trotz-inflation-gestiegen
https://www.avenir-suisse.ch/its-the-productivity-stupid/
https://www.ihk.ch/das-bip-pro-kopf-steigt-auch-dank-der-zuwanderung/#:~:text=Der%20wichtigste%20Treiber%20f%C3%BCr%20qualitatives%20Wachstum%20ist,jedes%20Jahr%20um%20durchschnittlich%200%2C78%25%2C%20haupts%C3%A4chlich%20durch
https://www.bfs.admin.ch/asset/de/31866457
https://www.srf.ch/news/schweiz/gesundheitsbefragung-des-bfs-arbeitnehmende-in-der-schweiz-immer-mehr-gestresst
https://www.news.admin.ch/de/nsb?id=101079
https://www.srf.ch/news/schweiz/zunahme-bei-krankheitstagen-wir-melden-uns-haeufiger-krank-fuer-firmen-wird-es-immer-teurer

Quellen Teil 3:
https://www.zhk.ch/de/wirtschaft-und-politik/news/schweizer-firmen-zeigen-unter-teuersten-unternehmen-stabile-praesenz.html#:~:text=Schweizer%20Firmen%20zeigen%20unter%20teuersten%20Unternehmen%20stabile%20Pr%C3%A4senz,-13.&text=Z%C3%BCrich%20%2D%20Roche%20ist%20in%20EYs,53%20und%20%C3%BCberholt%20damit%20Nestl%C3%A9
https://www.srf.ch/news/schweiz/vermoegensverteilung-wie-ungleich-sind-vermoegen-in-der-schweiz-verteilt
https://www.20min.ch/story/toploehne-2024-holcim-boss-jenisch-kassiert-45-millionen-103401833
https://www.swissinfo.ch/ger/gesellschaft/so-steht-es-um-die-ungleichheit-in-der-schweiz/47578202
https://www.bfs.admin.ch/bfs/de/home/statistiken/bau-wohnungswesen/wohnungen/mietwohnungen.html#:~:text=Ende%202024%20lebten%20in%20der,in%20einer%20Miet%2D%20oder%20Genossenschaftswohnung.
https://direkt-magazin.ch/schweiz/kkrft/schweizer-mieterinnen-werden-jaehrlich-um-10-milliarden-franken-betrogen/
https://www.20min.ch/story/trotz-zinssenkungen-teurere-mieten-anstieg-um-32-prozent-in-20-jahren-103425032
https://www.srf.ch/news/schweiz/urteil-des-bundesgerichts-wohnungsvermieter-duerfen-hoehere-renditen-einfahren
https://www.watson.ch/schweiz/justiz/987838591-urteil-vermieter-duerfen-renovationskosten-staerker-auf-miete-abwaelzen
(oder https://www.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?highlight_docid=aza://30-07-2024-4A_75-2022&lang=de&type=show_document )

Quellen Teil 4:
https://surprise.ngo/magazine/in-der-schweiz-sind-ueber-700-000-menschen-armutsbetroffen/
https://www.bfs.admin.ch/bfs/de/home/statistiken/wirtschaftliche-soziale-situation-bevoelkerung/soziale-situation-wohlbefinden-und-armut/armut-deprivation/armutsgefaehrdung.html

Quellen Teil  5:
https://www.srf.ch/news/schweiz/defizite-im-bundeshaushalt-bundesrat-verzichtet-nach-kritik-auf-teil-seines-sparpakets
https://www.srf.ch/news/schweiz/entlastungspaket-27-nationalrat-ist-sich-uneins-ueber-sparplaene-des-bundes
https://de.statista.com/statistik/daten/studie/300309/umfrage/militaerausgaben-in-der-schweiz/
https://www.swissinfo.ch/ger/sozialhilfe-ausgaben-gehen-zum-vierten-mal-in-folge-zur%C3%BCck/74089215#:~:text=(Keystone%2DSDA)%20Im%20Jahr%202022%20sind%20die%20Zahlungen,2%2C9%20Prozent%20so%20tief%20wie%20noch%20nie.
https://www.srf.ch/news/schweiz/temporaere-finanzierung-bundesrat-will-mehrwertsteuer-fuer-armee-erhoehen
https://www.srf.ch/news/schweiz/ueberschuss-im-jahr-2025-sparpaket-weiter-noetig-der-kassensturz-mit-karin-keller-sutter